
Der Kontakt von Mac OS zu Windows gestaltet sich leichter als man im ersten Moment denkt. Auch wenn es immer einfacher wird, so erscheint mir der Umgang mit Samba unter Linux etwas komplizierter: läuft der LISa-Server, muss die fstab editiert werden usw.. Prinzipiell bringt Mac OS alles mit, damit die Kontaktaufnahme mit Samba funktioniert. Im Finder unter Netzwerk erscheinen schon gleich die verfügbaren Windows-Arbeitsgruppen bzw. die verfügbaren Server in der Umgebung. Ein Klick auf den entfernten Computer, ein Klick auf Verbinden... dann die Freigabe auswählen und da sind wir schon.
Probleme kommen aber gleich nach dem nächsten Neustart... dann muss man nämlich die gleiche Prozedur nochmals bewältigen! Während der Windows-Benutzer einfach mit einem Rechtsklick auf die Netzwerkfreigabe die Option "Netzlaufwerk Verbinden" wählt und beim Zuordnen des Laufwerksbuchstabens die Option "Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen" aktiviert, ist das automatisch Einbinden beim Neustart für Mac Benutzer etwas komplizierter.
Nun wie so oft hilft bei einem Apple der "Rechtsklick" auf die Freigabe (engl. share) nicht wirklich weiter. Mac OS bietet je Benutzer aber so genannte "Startobjekte" die unter Systemsteuerung - Benutzer ein automatisches Einbinden bei jedem Systemstart ermöglichen.
Damit eine Netzwerkfreigabe bei jedem Start automatisch eingebunden wird, muss man diese erst einmal manuell erledigen. Dies ist auch ein guter Test, ob ein Zugriff auf die Freigabe überhaupt möglich ist (z.B. Passwort und Benutzername vorhanden). Wenn das manuelle Einbinden nicht funktioniert, wie soll dann das automatische Einbinden beim Starten funktionieren.
Finder öffnen, über Netzwerk bzw. die jeweilige Arbeitsgruppen den entfernten Samba- bzw. Windows-Server auswählen und mit einem Klick auf Verbinden die gewünschte Freigabe einbinden.
Alternativ kann man natürlich auch über "Gehe zu" des Finders den Punkt "Mit Server verbinden ...", bzw. die Tastenkombination Befehl+K benutzen (siehe auch http://www.zid.tugraz.at/cs/support/mac/faq/samba.html).
Nun geht es an das eigentliche Erstellen des Startobjektes:
In der Systemsteuerung unter Benutzer findet man je Benutzer die Startobjekte unter dem gleichnamigen Tab. Die Startobjekte werden beim Benutzerlogin ausgeführt. Dies kann auch "minimiert" geschehen, wenn "Ausblenden" angehakt ist.
Man kann beliebige Programme zum Autostart entweder per Drag & Drop oder über das "+" unterhalb der Auflistung hinzufügen. Für unserer Netzwerkeinbindung bietet es sich an, ein Startobjekt mit einem Klick auf"+" hinzuzufügen.
Im Auswahldialog, das zuvor Eingebundene Netzwerklaufwerk auswählen und mit einem Klick auf Hinzufügen das neue Startobjekt erstellen und beim nächsten Reboot wird das Netzwerklaufwerk automatisch eingebunden.
Übrigens ist dieses Vorgehen nicht Beschränkt auf Samba-Freigaben sondern funktioniert auch prächtig mit Webdav, Appletalk usw ....
TIP: Hacken zum versteckten Einbinden setzten.
Einen Nachteil hat das Benutzen der Startobjekten auf diese Weise der gerade für MacBook Besitzer zum Tragen kommt:
Wenn beim Starten des Betriebssystem der einzubindende Server nicht erreichbar ist -- eben weil man mit dem MacBook im Cafe sitzt und nicht zu Hause -- dauert es ziemlich lange bis man mit dem Finder normal arbeiten kann.
Um das zu vermeiden, kann man alternativ ein eigenes Apple-Skript zum einbinden schreiben (wobei dann wiederum der Mac im Umgang mit Samba genauso kompliziert ist wie Linux) oder man nutzt ein kleines Tool dazu:

AutomountMaker ist ein kostenloses, bzw. als Donateware veröffentlichtes Tool zum Erstellen kleiner Skripte, welche dann wiederum dazu dienen Netzwerklaufwerke (AFP, FTP, http, NFS und Samba) einzubinden. Das Programm AutomountMaker erzeugt also selbst kleine Programme zum Verbinden mit zuvor eingestellten Netzwerkfreigaben. AutomountMaker findet man unter Versiontracker oder auf der Herstellerseite.
Mit Hilfe des AutomountMounter werden je einzubindender Freigabe ein kleines Programm erstellt, welches man an beliebigen Orten z.B. dem Desktop speichern kann bzw. welche man natürlich auch als Startobjekt hinzufügen kann (Drag und Drop geht hier am einfachsten)
Schritt für Schritt:
Das Vorgehen ist denkbar einfach:
Nach dem Start des AutomountMaker muss man im Menu eine Neue Datei erstellen (File New) und die notwendigen Serverangaben wie Filesystemtype (AFS,FTP,HTTP,NFS oder Samba), Servername, Freigabenamen, Benutzer(Login) und Passwort eintragen. Unter Options kann man noch angeben, dass vor dem Verbinden kontrolliert werden soll ob der Server überhaupt erreichbar ist (ping). Genauso lässt sich dort auch Einstellen, dass erst eine angegeben Wartezeit verstreichen muss, bevor die Verbindung erfolgt. Letzteres ist besonders bei "langsamen WLan" interessant um zu vermeiden, dass die Einbindung der Freigabe daran scheitert, dass überhaupt noch kein Wlan verfügbar ist. Mit einem Klick auf Anwenden erscheint ein Dialog zum Speichern des Skripts welches später zum einbinden der Freigabe einfach aufgerufen werden muss. Mit einem Klick auf "Launch It!" kann man die Funktionalität der Angaben auch noch vor dem abspeichern kontrollieren (Log menu).
Damit die Einbindung des Netzwerklaufwerk nun auch automatisch beim Starten ausgeführt wird, muss man natürlich noch das erstellte Skript in die Autostartobjekte der jeweiligen Benutzer einfügen. Das geht am besten per Drag&Drop (siehe oben).